Sozialmedizinische Psychologie ist die psychologische Erarbeitung und Beurteilung sozialmedizinischer Zusammenhänge und Fragestellungen. Sie ist eine überschneidende Disziplin der klinischen Psychologie und Psychotherapie, der medizinischen Psychologie, der Sozialmedizin und der Verhaltensmedizin.

Folgende Anwendungsbereiche zählen zur sozialmedizinischen Psychologie:

  • Diagnostik psychischer Störungen
  • Erklärung und Beurteilung von Zusammenhängen zwischen psychischen Einflussfaktoren (inkl. psychischen Störungen) und körperlichen Erkrankungen (ggf. mithilfe fachärztlicher Konsile oder Zusatzgutachten, z. B. neurologisch, internistisch, dermatologisch)
  • Prognose von Krankheitsverläufen und möglichen Therapiemöglichkeiten
  • Beantwortung sozialrechtlicher Fragestellungen zur Leistungsfähigkeit, Behinderung, Grad der Schädigung oder Arbeitsfähigkeit (inkl. Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderung, Arbeitsunfähigkeit) in Form sozialmedizinischer Gutachten.

Ob psychologische und ärztliche Sachverständige gleichermaßen als gerichtliche Sachverständige tätig werden können, wird in einem Artikel in MedSach 116 2/2020: 73–75 (Link zu kostenpflichtigem Originalartikel) von den Autoren Dette et al. diskutiert und für viele Fragestellungen bejaht.

Eine darauf bezogene Stellungnahme (Link) differenziert noch einmal die genauen Bedingungen und Abläufe für mögliche Auftraggeber von Sachverständigengutachten. Diese sind auch entsprechend auf andere Rechtsgebiete anwendbar.

Hierauf folgen weitere Erläuterungen der Autoren (Link) , die ein vorerst abschließendes Gesamtbild zur Fragestellung nach der (formalen) Qualifikation ermöglichen.

Dass der/die ein oder andere vielleicht besser einen anderen Beruf ausüben sollte, um längerfristig psychisch gesund zu bleiben oder es wieder zu werden, sagt sich umgangssprachlich leichter daher, als es dann tatsächlich auch gutachtlich festzustellen ist. Wie viel „Kompensation“ ist normal bei der Wahl und Ausübung der Berufstätigkeit und wann beginnt das sozialmedizinisch gelegentlich zitierte „Arbeiten auf Kosten der Gesundheit“?

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Überlegungen zu Begutachtungen und zur Sachverständigentätigkeit in Zeiten von Corona.

https://www.medsach.de/berichte-informationen/sind-begutachtungen-notwendig-im-anbetracht-einer-pandemie

Die veränderten diagnostischen Kriterien, die im DSM-5 im alternativen Modell sowie in der ICD-11 voraussichtlich ab 2022 für Persönlichkeitsstörungen gelten werden, bieten verschiedene Überschneidungen zur Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Teilhabe (ICF). Können diese auch für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit zukünftig relevant sein?

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Bislang ist mit Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes nur die Hilfeplanung in der Eingliederungshilfe per diagnostischer Einschätzung in der ICF-Klassifikation gesetzlich vorgeschrieben. Doch eignet sich die Klassifikation auch für die Therapiezielplanung in anderen Bereichen des Versorgungssystems?

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